Knorpelverpflanzung –  Autologe Chondrozyten-Transplantation (ACT)

Was versteht man unter Knorpeltransplantation?

Die autologe Knorpelzelltransplantation (ACT) wurde durch ein schwedisches Forscherteam bereits in den 90er Jahren entwickelt. Aus einem nicht belasteten Areal des Gelenkes wurde bei einer Arthroskopie ein kleines Stück Knorpel entnommen. Anschließend wurde es mit einem Spezialverfahren von seinen Fasern befreit und die nun frei gewordenen Knorpelzellen sozusagen im Reagenzglas durch Züchtung vermehrt. Etwa nach drei bis sechs Wochen wurde in einem offenen Verfahren der Knorpeldefekt zunächst mit einer Knochenhaut übernäht. In die daraus resultierende Tasche werden die gezüchteten Knorpelzellen injiziert. Im Verlaufe von einigen Monaten entstand hieraus ein neuer Knorpel, der dem natürlichen Knorpel entspricht.

Dieses Verfahren ist in den Grundzügen gleich geblieben, wurde jedoch in den darauffolgenden Jahren immer weiter verfeinert und verbessert. Der Standard heutzutage wird als ‘Matrix-gestützte Autologe Chondrozyten-Transplantation‘ = MACT bezeichnet.

„Autologe Knorpeltransplantation“ heißt: körpereigenes Knorpelgewebe 

Besonders günstig bei der Knorpeltransplantation: Es kommen nur körpereigene Zellen zum Einsatz. Damit besteht erstmals eine Chance auf biologische Knorpelregeneration für Arthrose-Patienten. Dieses Verfahren kann aber nur bei teilweise geschädigten Gelenken – Hüftarthrose (Coxarthrose)Kniegelenksarthrose (Gonarthrose) und Sprunggelenksarthrose – angewendet werden. Voraussetzung für die Knorpeltransplantation ist das Vorhandensein größerer Bereiche funktionierender Knorpelflächen. Insbesondere darf auch die Gegenseite des geschädigten Knorpels nicht Ihrerseits starke Knorpelschäden aufweisen, sondern muss eine glatte Oberfläche bieten. Beidseitige Knorpelschäden sind bisher noch eine Kontraindikation für die Knorpeltransplantation.

Das Zeitfenster für Knorpeltransplantation

Knorpelzüchtung und nachfolgende Knorpeltransplantation ist also nur bei rechtzeitiger Konsultation des Orthopäden möglich: Wenn Gelenke und Knochen bereits stark und auf beiden Gelenkpartnern geschädigt sind, ist es zu spät für biologische Knorpelregeneration.

So wird eine Transplantation körpereigener Knorpel (Autologe Chondrozyten-transplantation) durchgeführt:

Entnahme und Züchtung der Knorpelzellen: 

Die körpereigenen Knorpelzellen werden entnommen und im Labor vermehrt. Dazu muss noch ein gesunder und wenig belasteter Teil des Gelenks vorhanden sein. Diese Entnahme vermehrungsfähiger Knorpelzellen erfolgt durch Arthroskopie bei einem minimalinvasiven Eingriff im Rahmen eines kurz-stationären Eingriffes. Dabei wird ein kleiner Knochen-Knorpel-Zylinder entnommen. Die auf dem Zylinder enthaltenen Zellen werden im Labor in einem Zeitraum von 6-8 Wochen um das Vieltausendfache vermehrt. Die dabei neu entstehenden Knorpelzellen haften aneinander und verhalten sich wie natürliche Knorpelzellen.

Implantation der neuen Knorpelsubstanz: 

Die Rückführung der körpereigenen Knorpelzellen erfolgt wieder minimalinvasiv, in der Regel jedoch über eine kleine Gelenkeröffnung, eine sogenannte ‘Mini-Arthrotomie’: dabei werden stark geschädigte Teile des Knorpels ganz entfernt und an dieser Stelle die neuen Knorpelzellen eingebracht. Sie haften nach wenigen Minuten am Untergrund, sind aber noch nicht belastbar. Im Anschluß ist ein 3-tägiger Krankenhausaufenthalt erforderlich.

Nachsorge und Aussichten Knorpelzelltransplantation: 

Weil der neu eingebrachte Knorpel noch nicht die Festigkeit und Zähigkeit des ursprünglichen Knorpels hat, kann nach 6 Wochen wieder mit einer Teilbelastung des Gelenks begonnen werden. Nach drei Monaten ist das Gelenk wieder voll belastbar. Es geht bis zu einem Jahr, bis der neue Knorpel in das Gelenk integriert ist und die gewünschte Konsistenz (Festigkeit) erreicht hat.

Wie läuft die autologe Knorpelzelltransplantation ab?

Bei der sogenannten autologen Chondrozyten-Transplantation (ACT) wird Knorpel bei einer ersten Gelenkspiegelung an einer unbelasteten Stelle entnommen. Dieser körpereigene Knorpel wird in einem Labor auf unterschiedlichen Trägermaterialien (Matrix) innerhalb von ca. 3-4 Wochen zu einem großen Knorpeltransplantat herangezüchtet. Dieses Transplantat wird in einem zweiten, in der Regel offenen Eingriff, auf die defekte Stelle transplantiert. Bei tiefen Defekten, die bis in den Knochen reichen, muss ggf. der Knochen mit einer Spongiosaplastik unterfüttert werden.

Für die Knorpeltransplantation geeignete Gelenkanteile sind die Oberschenkelrollen des Kniegelenkes, die Kniescheibenrückfläche sowie am oberen Sprunggelenk die Talusgelenkfläche. Bei Kniegelenksverletzungen müssen Meniskusschäden oder Kreuzbandverletzungen mitversorgt werden. Hierfür ist eine individuelle Therapieplanung notwendig.

Mögliche Risiken der Knorpeltransplantation

Hauptproblem der Knorpeltransplantation ist das unvollständige Anwachsen des transplantierten Knorpels oder ein nichtbelastbares Transplantat.

Heilungsaussichten nach der Knorpeltransplantation

Die Heilungsaussichten sind bei isolierten kleineren Defekten besser als bei größeren Defekten. Unfallbedingte Knorpelschäden haben eine bessere Prognose als arthrosebedingte Knorpelschäden. Der körpereigene transplantierte Gelenkknorpel ist bezüglich seiner Zusammensetzung anderen Verfahren überlegen. Bessere Langzeitergebnisse als bei herkömmlichen Therapien werden erwartet.

Nachsorge nach der Knorpeltransplantation

Der frisch transplantierte Knorpel ist noch nicht belastbar und erfordert daher in Abhängigkeit vom betroffenen Gelenk ein spezielles Nachbehandlungsschema mit mehrwöchiger Entlastung und Einschränkungen beim Bewegungsumfang.

Sport nach der Knorpeltransplantation

Ziel der autologen Knorpeltransplantation ist es, beim jüngeren Sportler mit unfallbedingtem Knorpelschaden auch eine Sportfähigkeit wiederherzustellen. Voraussetzung hierfür ist neben einem stabil eingeheilten Transplantat eine gute wiedererlangte Koordination und ein guter Wiederaufbau der Muskulatur.

Voraussetzungen für eine Knorpeltransplantation

Für Sie als Patient ist wichtig, dass dieses Verfahren generell (noch) eine Leistung der Gesetzlichen Krankenversicherung ist, allerdings nur unter ganz speziellen Bedingungen und Voraussetzungen. Zum einen werden derzeit nur Knorpelschäden am Kniegelenk als Kassenleistung anerkannt, zum anderen müssen spezielle medizinische Voraussetzungen für dieses Verfahren erfüllt sein, so dass leider nicht jeder Patient für dieses Verfahren in Frage kommt und manchmal die Kosten von den Krankenkassen oder dem MdK (Medizinischer Dienst der Kassen) überprüft und rückwirkend nicht erstattet werden.

In Deutschland gibt es derzeit nur noch 2 Firmen, die die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen und die Genehmigungen für eine Knorpelverpflanzung besitzen: die Firmen TETEC und Co.don.

Wir arbeiten mit dem Spherox®-System der Firma Co.don aus verschiedenen Gründen.

Ebenfalls kann und darf nicht jedes Krankenhaus oder jeder Orthopäde dieses aufwendige und spezielle Verfahren anwenden. Herr Arndt Düsing und das Krankenhaus Wermelskirchen besitzen die erforderlichen Qualifikationen, Zertifizierungen und Fachkompetenzen um diese Operationen durchführen zu dürfen.

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Wir beraten Sie gerne bezüglich der Möglichkeiten einer ACT, weiterführende Informationen erhalten Sie zusätzlich hier: www.knorpelexperte.de

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