Unguis incarnatus – Eingewachsene Zehennägel

Ursachen können sein: Druck von außen (zu enges Schuhwerk, Verletzungen, Fuß- oder Zehendeformitäten) oder Nagelerkrankungen (zum Beispiel Pilzbefall, Psoriasis) und Nagelfehlformen (wie Rollnägel) sowie fehlerhafte Nagelpflege mit zu kurzem, schrägem Schneiden und stehengelassenem seitlichem Sporn. Hierbei ist der Großzehennagel am häufigsten betroffen. Diese Erkrankung tritt nicht selten auch bei Kindern auf.

Wenn Nägel bis unter den Nagelwall geschnitten werden, können durch zu hohen Druck in diesem Bereich kleine Hautverletzungen entstehen. Siedeln sich zudem Keime an, folgen schmerzhafte Entzündungen und Schwellungen.

Knöcherne Varianten oder Fehlstellungen der Zehenendglieder können hierbei mit ein Grund sein oder zusätzlich verschlimmernd wirken.

Gefördert werden diese Entzündungen durch fehlende oder unzureichende tägliche Fußhygiene.

Mangelnde Fußpflege bei Diabetikern, verbunden mit Gefühlsstörungen (Diabetische Polyneuropathie) und arteriellen Durchblutungsstörungen (pAVK) führen zu therapeutisch schwer zu beherrschenden offenen Stellen (Druck-Ulcus/Geschwür): Bei unsachgemäßer und zu später Behandlung führt dies allzu oft zum Verlust eines Fußes oder Beines.



Die Behandlung richtet sich auch hier nach der Ursache und dem Leidensdruck der Patienten.

Tägliche Fußbäder mit Kernseife, konsequente Druckentlastung und entzündungshemmende Medikamente vermögen anfangs eine Verschlechterung zu vermeiden und einen Infekt des geschädigten Gewebes zu verhindern.

Eine Nagelkorrektur durch eine fachgerechte podologische Nagelspangen-Behandlung ist der nächste Schritt. Dadurch kann gegebenenfalls eine Operation vermieden werden.

Bei einer Operation erfolgt die sorgfältige chirurgische Teilentfernung des betroffenen Nagels mit Entfernung des darunterliegenden, entzündeten Gewebes und gleichzeitiger Ausrottung der Nagelwurzel, um ein erneutes Nagelfehlwachstum zu verhindern („Emmert-Plastik“).

Wenn eine knöcherne Fehlstellung mit ein Grund für die Erkrankung ist, muss dieser Eingriff auch eine knöcherne Korrektur beinhalten – sofern kein Infekt besteht -, um ein erneutes Auftreten der schmerzhaften Erkrankung zu vermeiden. Dies ist auch bei sorgfältigem Vorgehen nicht immer zu vermeiden.


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