Facettendenervierung

Facettendenervierung - Langfristige Hilfe bei chronischen Rückenschmerzen

Leiden Sie unter anhaltenden Rückenschmerzen, die besonders bei Belastung oder beim Strecken des Rückens auftreten? Häufig ist ein Verschleiß der kleinen Wirbelgelenke – die sogenannte Facettengelenksarthrose – die Ursache für diese Beschwerden.

Wenn konservative Therapiemaßnahmen wie Bewegungstherapie oder Medikamente nicht mehr ausreichend helfen, bietet die Facettendenervierung (auch Thermokoagulation oder Radiofrequenzablation genannt) eine effektive und schonende Möglichkeit, Ihre Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.

Was ist eine Facettendenervierung?

Bei diesem minimalinvasiven Verfahren werden die feinen Schmerznerven (Ramus medialis), welche die gereizten Wirbelgelenke versorgen, durch gezielte Hitzeeinwirkung unterbrochen. Dadurch wird die Weiterleitung des Schmerzsignals an das Gehirn blockiert. Der Eingriff erfolgt ambulant und ohne großen operativen Aufwand.
 

Der Weg zur Behandlung: Die diagnostische Infiltration

Uns ist es wichtig, dass der Eingriff nur dann durchgeführt wird, wenn er auch wirklich den gewünschten Erfolg verspricht. Da Rückenschmerzen vielfältige Ursachen haben können, muss im Vorfeld sichergestellt werden, dass Ihre Schmerzen tatsächlich von den Facettengelenken ausgehen.

Der Ablauf der Diagnostik: Bevor die eigentliche Denervierung erfolgt, führen wir in unserer Praxis 1 bis 2 diagnostische Test-Infiltrationen durch (sogenannte Medial Branch Blocks).

  • Dabei wird eine geringe Menge eines lokalen Betäubungsmittels unter Bildwandlerkontrolle direkt an die entsprechenden Nerven gespritzt.
  • Spüren Sie unmittelbar nach dieser Test-Betäubung eine deutliche Schmerzlinderung (mindestens 50%), ist der Nachweis erbracht, dass die Facettengelenke die Schmerzquelle sind.
  • Erst nach diesem positiven Testverlauf ist die dauerhafte Facettendenervierung medizinisch sinnvoll und erfolgversprechend.

 

Das ISG als Schmerzursache

Oft ist auch das ISG (Kreuzdarmbeingelenk, Verbindungsgelenk zwischen Wirbelsäule und Becken) Ursache für anhaltende Schmerzen. Ursächlich ist hierfür dann eine Arthrose des Gelenks oder ein Kapselschmerz aufgrund von Fehlbelastungen und funktionellen Störungen. Hierbei bestehen oft einseitige untere Rückenschmerzen mit Ausstrahlungen in Leiste und vorderen Oberschenkel. Auch für dieses Gelenk kann eine Austestung über Infiltrationen und anschließend eine Denervierung/Thermoablation der schmerzführenden Nerven erfolgen.
 

Der Ablauf des Eingriffs

Die Denervierung selbst erfolgt in einer kurzen, örtlichen Betäubung:

  1. Präzision: Unter Durchleuchtungskontrolle durch unser mobiles Röntgengerät führen wir eine feine Spezialnadel exakt an den schmerzleitenden Nervast.
  2. Sicherheit: Durch eine kurze Test-Reizung stellen wir sicher, dass die Nadel perfekt platziert ist und keine motorischen Nerven beeinträchtigt werden.
  3. Verödung: Die Nadelspitze wird für kurze Zeit erwärmt, wodurch die Schmerzweiterleitung unterbrochen wird.

 

Ihre Vorteile auf einen Blick

  • Langanhaltende Schmerzlinderung: Der Effekt hält oft viele Monate bis Jahre an.
  • Minimalinvasiv: Kein Hautschnitt, kaum Narbenbildung und ein geringes Infektionsrisiko.
  • Ambulant: Sie können die Praxis kurz nach dem Eingriff wieder verlassen.
  • Schnelle Rückkehr in den Alltag: Lange Ausfallzeiten werden vermieden